Kernergebnisse der TNFD-Studie 2025

Unsere aktuelle Analyse der 100 führenden Schweizer Unternehmen zeigt eine erkennbare Dynamik – und gleichzeitig, dass noch viel Arbeit vor uns liegt – im Bereich der naturbezogenen Berichterstattung.

Mit dem TNFD-Rahmenwerk (Taskforce on Nature-related Financial Disclosures) als Grundlage verfolgen wir die Offenlegung in fünf zentralen Dimensionen: Wesentlichkeit, Strategie, Risiken, Ziele und Kennzahlen – über drei aufeinanderfolgende Jahre (2023–2025). Die diesjährigen Ergebnisse bestätigen, dass Natur auf der Unternehmensagenda an Bedeutung gewinnt – gleichzeitig bestehen weiterhin deutliche Lücken, insbesondere in der Governance, bei biodiversitätsspezifischer Berichterstattung und quantitativer Offenlegung.

Was die Daten zeigen

In den meisten TNFD-Berichtsdimensionen wurden zwischen 2024 und 2025 Verbesserungen festgestellt. Der grösste Sprung zeigte sich bei den Kennzahlen: Die Anzahl der Unternehmen, die eine Naturstrategie erwähnen, stieg von 56 im Jahr 2024 auf 77 im Jahr 2025 – ein Zeichen dafür, dass Unternehmen zunehmend messen, was zählt.

Die Anzahl der Unternehmen mit naturbezogenen Zielen ist von 2024 auf 2025 leicht zurückgegangen. Dies lässt sich damit erklären, dass bei einigen Unternehmen Zielzyklen im Jahr 2025 ausliefen (z.B. 2020–2025) und der neue Zielzyklus (z.B. 2026–2030) noch nicht ausgewiesen wurde.

Abbildung 1: Berichtsfortschritt über TNFD-Dimensionen bei den TOP 100 Schweizer Unternehmen (2024–2025)*. 2023 fokussierte ausschliesslich auf Biodiversität und ist daher nicht enthalten.

Weitere Highlights der diesjährigen Studie:

  • Nur 8 von 100 Unternehmen berichten überhaupt nicht über Natur – gegenüber 18 im Jahr 2024.
  • 15 Unternehmen verweisen explizit auf die TNFD-Empfehlungen in ihren Berichten (gleiche Anzahl wie 2024).
  • 9 Unternehmen erreichen einen Erfüllungsgrad von über 75%, und 2 Unternehmen erfüllen alle Bewertungskriterien.

Welche Sektoren führen – und welche haben Nachholbedarf?

In nahezu allen untersuchten Sektoren wurden Fortschritte verzeichnet, was auf einen breiten Kulturwandel hindeutet – und nicht nur auf vereinzelte Aktivitäten.

Beste Sektoren 2025

  • Chemie / Pharma — 68%
  • Nahrungsmittel & Getränke — 68%

Sektoren mit dem grössten Aufholbedarf 2025

  • Versicherungsdienstleistungen — 17%
  • Finanzdienstleistungen — 24%

Risiken vs. Chancen: Ein anhaltendes Ungleichgewicht

Die Studie zeigt, dass Unternehmen bei der Berichterstattung über naturbezogene Risiken deutlich offener sind als bei Chancen. Nur 19% der Unternehmen legen naturbezogene Chancen offen, während 35% über Risiken berichten. Dieses Ungleichgewicht deutet darauf hin, dass viele Organisationen den Zusammenhang zwischen naturpositiven Massnahmen und der Schaffung von Geschäftswert noch nicht hergestellt haben.

Abbildung 2: Vergleich der Berichtsquoten für Risiken, Chancen, Auswirkungen und Abhängigkeiten bei den TOP 100 Schweizer Unternehmen.

Auf der Seite der Auswirkungen und Abhängigkeiten berichten 80% der Unternehmen in gewissem Masse über naturbezogene Auswirkungen – doch die Hälfte davon beschränkt sich auf allgemeine Umweltthemen oder Treibhausgasemissionen, ohne naturspezifische quantitative Details. Nur 50% berichten überhaupt über Abhängigkeiten. Eine umfassende, unternehmensspezifische quantitative Berichterstattung bleibt auf beiden Seiten selten.

Governance: Natur braucht einen Platz am Tisch

Die wohl bedeutendste strukturelle Lücke dieser Studie liegt auf der Ebene der Governance. Trotz wachsender öffentlicher und investorenseitiger Aufmerksamkeit für naturbezogene Risiken weisen nur 9% der Unternehmen explizite naturbezogene Verantwortlichkeiten für den Verwaltungsrat aus. Die grosse Mehrheit – 87% – ordnet Natur allgemeinen Nachhaltigkeits- oder Klimamandaten unter.

Auf Geschäftsleitungsebene sieht es ähnlich aus: 9% weisen naturspezifische Rollen aus, 88% behandeln das Thema im Rahmen breiterer Nachhaltigkeitsverantwortlichkeiten. Ohne klare Verantwortung auf Verwaltungsratsebene besteht die Gefahr, dass Naturstrategien eher Absichtserklärungen bleiben als operativ umgesetzt werden. Klare Zuständigkeiten und Fachkompetenz im Verwaltungsrat sind entscheidend für eine erfolgreiche Strategieumsetzung und das Management von Risiken und Auswirkungen.

Die Prioritäten der 27 Unternehmen, die 2025 naturbezogene Strategien ausweisen, sind folgende:

Ein strukturierter Weg nach vorne: Das „It’s Now for Nature“ Accelerator Programm

Für Organisationen, die den Schritt von der Erkenntnis zur Umsetzung machen möchten, haben engageability in Zusammenarbeit mit Innovate for Nature (I4N) und Business for Nature das Nature Accelerator Programm entwickelt. Dieses 9-monatige Programm, inspiriert vom ACT-D-Rahmenwerk, bietet einen strukturierten vierstufigen Ansatz zur Entwicklung einer naturpositiven Strategie.

Während der erste Durchgang in seiner letzten Phase ist, sind Anmeldungen für den zweiten Durchgang (Juni 2026–April 2027) offen. Jetzt hier anmelden!

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Treffen Sie uns am Swisscleantech Dialog am 16. Juni 2026.

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Wenn Sie verstehen möchten, wo Ihre Organisation steht und wie Sie von einem frühen Bewusstsein zu konkreten Massnahmen und Offenlegung gelangen, unterstützen wir Sie gerne.

Kontakt: vanessa.scheungraber@engageability.ch

 

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* Die 100 untersuchten Unternehmen verteilen sich auf 15 Sektoren. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Unternehmen pro Sektor:

16 Maschinen & Industriegüter 4 Weitere Branchen
15 Finanzdienstleistungen 4 Medizintechnik / Life Science
15 Versicherungsdienstleistungen 3 Energieversorgung & -verteilung
9 Chemie / Pharma 3 Einzel- & Grosshandel
7 Nahrungsmittel & Getränke 3 Mobilität / Logistik / Transport
6 Elektronik / Elektrotechnik 3 Konsumgüter
5 Computer / IT / Telekommunikation 2 Immobilien
5 Bau & Subunternehmen